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Orte und Gebäude

Wellinghofen - Alte Kirche

An der Kirche 1,
Wellinghofen,
44265 Dortmund

Kontakt: Gemeindebüro
Telefon: (0231) 464056

Zugang: barrierefrei

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Mit Bus und Bahn zur Alten Kirche
     

Innenansicht der Alten Kirche in Wellinghofen
Innenansicht der Alten Kirche in Wellinghofen.
Geschichte der Alten Kirche
  1. Spätkarolingische Zeit (2. Hälfte 9. Jh.): Am Anfang steht ein kleiner Saalbau mit rechteckigem Chorabschluss (im Wesentlichen mit dem heutigen Mittelschiff identisch), noch ohne Turm.
     
    Diese Kirche wurde vermutlich als Eigenkirche auf einem Hof gegründet. Als ihren Gründer kann man sich einen weltlichen Grundherren vorstellen, der Beziehungen zum Kloster Münstereifel unterhielt. Sie war den römischen Märtyrern des 3. Jh. Chrysantus und Daria geweiht. Später entwickelte sich aus dem Eigenkirchenrecht das Patronatsrecht, d.h. das Recht der Besetzung der Pfarrstelle, welches mit Einschränkungen bis heute gilt und von den Freiherrn von Romberg im Wechsel mit den Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg wahrgenommen wird.
     
    Dieser erste Kirchbau ist vollständig abgebrannt bei einer Brandkatastrophe, vermutlich im 12. Jahrhundert unmittelbar vor Errichtung der neuen Kirche.                                                                     
  2. Romanische Zeit (Ende 12. Jh.): Es erfolgte der Neubau der Kirche als Kreuzsaalkirche: Das Langhaus entspricht dabei dem heutigen Mittelschiff. Die Breite des Querhauses ist noch erkennbar am östlichen Teil des südlichen Querschiffes. Die Chorapsis nahm ca. 1/3 vom heutigen Chorraum ein. Kurz nach Errichtung des Kreuzsaals erfolgte der Bau des Westturms.
     
    Auch die Ausmalung der Kirche erfolgte in romanischer Zeit. Im Anschluss an die Errichtung der Kreuzsaalkirche erfolgte Ende des 12. Jh. die Ausmalung des Kirchenraumes. Wie in der romanischen Zeit üblich, erhielt der Kirchenraum eine rein ornamentale Ausmalung. Die Maler sind nicht Künstler in unserem Sinne gewesen, sondern Handwerker. Außer dem Kalkanstrich beherrschten sie die Ornamentmalerei, aber kaum mehr. Im Mittelschiff fallen die Ornamentbänder mit Lilien und Sternen ins Auge. Sie sind als Hinweise auf das ewige Leben im Paradies bzw. das Reich Gottes zu deuten (vgl. Mt 6,28-33). Dort, wo sich die Ornamentbänder kreuzen, entsteht der optische Eindruck eines „Schlusssteins“. Damit wird auf Christus als „Eckstein“ angespielt (vgl. Mt 21,42 und Eph 2,2).
     
    Figürliche Darstellungen blieben wie in romanischer Zeit üblich der Chorapsis vorbehalten. Dort hat sich am nördlichen Chorpfeiler noch eine Apostelfigur mit Nimbus erhalten. Wahrscheinlich war in der Apsis ursprünglich Christus als Weltenherrscher thronend in einer Mandorla flankiert von der Muttergottes und Johannes dem Täufer dargestellt über den 12 Aposteln als Verkündern des Evangeliums. Die äußeren Plätze in der Apsiswölbung nahmen vermutlich Chrysanthus und Daria ein, die Schutzheilige der Kirche. Die Ausmalung der Apsis erfolgte um 1240/1250 durch spezielle Figurenmaler.
     
    In romanischer Zeit erfolgte auch die Eingliederung in den Pfarrverband der Dortmunder Reinoldikirche.
     
  3. Gotische Zeit (14. Jh.): Erweiterung der Kreuzsaalkirche zu einer Hallenkirche: Die Querhäuser wurden zu Seitenschiffen verlängert. Das nördliche Seitenschiff wurde gleichzeitig verbreitert. Die Chorapsis wurde vergrößert und mit einem polygonalem Abschluß versehen. Das Dach war mit einer Holzkonstruktion flach gedeckt. Außerdem wurde ein gotisches Sakramentshaus eingebaut. An der nordöstlichen Seite wurde eine Sakristei angebaut. Statt der kleinen romanischen Fenster bekam die Kirche nun große gotische Fenster. Die Bauteile wurden mit Kreuzrippengewölben versehen.
     
  4. Neugotische Erweiterung (1903-1907): Neubau des Chors in neugotischer Form und Erweiterung um die Hälfte. Der Chor erhält Rippenwölbung. Statt des reformierten Tisches wurde ein Altar eingebaut. An der südöstlichen Seite wurde ein weiterer Raum angebaut, die heutige Sakristei. Außerdem wurde eine Empore eingebaut und die Orgel vom Turm, wo sie auf einer Holzkonstruktion unter dem Gewölbe stand, in die Empore versetzt. Statt der beiden seitlichen Eingänge im Kirchenraum erhielt die Kirche nun ihren zentralen Eingang durch den Turmraum in der Längsachse der Kirche. Der Turm erhielt außerdem ein rundes Fenster.

Orgel

Von Johann Georg Alberti: Kantor an Reinoldi und Orgelbauer (1709). Ähnlichkeit zu Orgeln des sächsischen Orgelbauers Gottfried Silbermann. Umbauten der Orgel 1857 und 1951 haben allerdings den Klanggehalt der Orgel stark verändert.

Taufstein

In romanischer Zeit geschaffen (vor 1150). Sein Volumen deutet auf die früher geübte Praxis der Ganztaufe.

Grabsteine

Sie stammen aus der Zeit von 1646-1750 und sind von Mitgliedern der Familie Romberg.

Glocken

Die große Glocke aus dem Jahre 1665 mit dem Grundton e und die lange Zeit fälschlich als Stundenglocke genutzte fis’ aus dem 13. Jahrhundert wurden 2006 durch zwei in der Gießerei Bachert (Karlsruhe) gegossene Glocken mit den Grundtönen cis’’ und a’’ ergänzt. Die Glocke aus dem 13. Jh. gehört zu den ältesten erhaltenen Glocken Westfalens.

Fenster

Die Fenster wurden von Wilhelm Buschulte angefertigt. Sie sind in der Farbigkeit bewusst zurückgenommen, um die sensible Farbigkeit der mittelalterlichen Ausmalung nicht zu übertönen oder zu stören. Sie zeigen geometrische Strukturelemente als Reminiszenz an die Ausmalung der Gewölbe mit geometrischen Figuren. Lediglich das mittlere Chorfenster deutet ein Kreuz an.

Paramente

Die Altarbehänge wurden 2007 von der „Werkstatt für Textile Objekte und Paramentik“ in Kaiserswerth angefertigt. Sie wurden wie die Fenster durchgehend mit geometrischen Figuren gestaltet.

 

Altarkreuz, Altarleuchter und Fürbittleuchter

 

Pater Abraham Fischer (OSB), Leiter der Schmiede der Abtei Königsmünster in Meschede, hat 2012 aus Edelstahl ein modernes Altarkreuz, dazu passende Altarleuchter und einen Fürbittleuchter geschmiedet. Mit dem Fürbittleuchter, der in der südlichen Seitenapsis aufgestellt wurde, hat die Alte Kirche jetzt einen Lichtort bekommen, an dem für das persönliche Gebet Kerzen entzündet werden können.

 

An jedem letzten Sonntag im Monat ist die Alte Kirche von 15-17 Uhr geöffnet. Mitglieder unseres Arbeitskreises "Offene Kirche" sind vor Ort und bieten jeweils um 16 Uhr eine Führung an.

 

Wikipedia-Artikel zur Alten Kirche:
http://de.wikipedia.org/wiki/Alte_Kirche_Wellinghofen

 

Video mit dem Glockengeläut der Alten Kirche, aufgenommen von "Glockentim" Tim Köckmann:
https://www.youtube.com/watch?v=X1Fta-Cv5xI

 

"Sagenhaftes Ruhrgebiet" zur Erbauung der Alten Kirche: www.sagenhaftes-ruhrgebiet.de/Die_Erbauung_der_Wellinghofer_Kirche

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